Markenschwindel mit Kontaktlinsen

Kassensturz berichtet:

Mit eigenen Kontaktlinsen–Marken wollen Optikerketten Kunden an sich binden. Doch: In den Packungen stecken Kontaktlinsen von grossen Herstellern. «Kassensturz» deckt auf: Die Eigenmarken von Optikerketten sind meist identisch mit anderen Kontaktlinsen – aber oft viel teurer.

Viele Optiker verkaufen gängige Linsenmodelle unter einer Eigenmarke. Kunden, die ihrem Optiker bei der Wahl der Linse blind vertrauen, bleibt dies verborgen. Hinter den Eigenmarken stecken meist Linsen grosser Hersteller, die oft günstiger erhältlich sind. Diese kundenfeindliche Praxis ist in der Branche weit verbreitet.

Gleiche Linse – anderer Name

Die Praxis mit den Privatlabels ist weit verbreitet: Die Eigenmarke der grössten Optikerkette «Visilab» heisst «Cadence». Dia ist die Eigenmarke von «Optic 2000». «McDay» ist ein Label der Kette «McOptik» und «Dynalens» heisst die Eigenmarke.

Einzige Unterschiede zum Markenprodukt des Herstellers sind: Ein anderer Name, eine andere Verpackung, eine andere Farbe. Manch grosser Linsen–Hersteller verkauft so die gleichen Kontaktlinsen mehrfach unter verschiedenen Namen.

Den Kunden bleibt dies meist verborgen – zum Nutzen des Optikers. Mit einem Privatlabel kann der Optiker seinen Markt schützen, weil ein Kunde das Produkt nur bei ihm bekommt.

Gleiches Produkt praktisch doppelt so teuer

Das zeigen folgende Preisbeispiele: Die Monatslinsen «Contact Life» von Hersteller «Wöhlk» gibt es online ab 53.55 Franken pro Packung. Beim Optiker kostet die Eigenmarke «Contaview Premium» 86 Franken. «Biomedics 55» von Hersteller «Cooper Vision» kosten im Internet 36.50 Franken. Die identischen Kontaktlinsen kosten beim Optiker «Visilab» 72 Franken, fast das Doppelte.

Solche Preisunterschiede zeigte unter anderem der Internet–Händler «Discountlens» mit einem Vergleich auf seiner Homepage. Die Eigenmarken der Optiker waren häufig viel teurer als die identischen Produkte, die der Linsenhersteller unter seinem eigenen Markennamen verkauft.

raRechtliche Schritte gegen Preistransparenz

Für diese Preistransparenz bekam der Online–Händler sofort die Quittung. Mit einer Strafanzeige wegen unlauteren Wettbewerbs versucht sich die landesweit grösste Optikerkette «Visilab» gegen den Preisvergleich zu wehren. Für Jacqueline Urbach von «Discountlens» ist klar: «Visilab versucht so, die Konkurrenz zu eliminieren und jeglichen gesunden Wettbewerb zu verhindern.»

Auch anderen Internet–Händler, welche die Praxis mit den Eigenmarken publik machten, hat «Visilab» mit rechtlichen Schritten gedroht. «Visilab» sagt, es gehe darum, die eigene Marke «Cadence» vor Missbrauch zu schützen.

Die Eigenmarke biete den Kunden zudem mehr Sicherheit, sagt Visilab–Geschäftsführer Roger Willhalm. «Wir haben eine Tendenz festgestellt, dass die Kunden häufiger zur Kontrolle erscheinen, wenn sie ein Privatlabel haben.»

Kundenbindung geht auch anders

Linsenträger hätten von Privatlabels keinen Nutzen, sagt hingegen, Michael Bärtschi, Präsident der Fachvereinigung Interlens. Der Fachmann betont, dass Kontaktlinsen–Spezialisten ihre Kunden anders zu Kontrollen animieren könnten, unter anderem mit Abos oder Rabatten.

«Das Privatlabel ist ein Marketinginstrument für Leute, die Angst haben, dass der Konsument nicht loyal ist. Man versucht den Kunden besser ans Geschäft zu binden.» Das könne ein Fachmann aber auch erreichen, indem er durch sein Angebot und seine Leistung überzeuge – ohne dass er «einen Fantasienamen auf ein Linsenpäckli drucke.»

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